Friedhofskapelle St. Jodokus mit Bièvre-Denkmal
Am Nordeingang der Stadt befindet sich der Friedhof mit seiner gotischen Friedhofskirche St. Jodokus. Die Kapelle wird urkundlich erstmals 1410 erwähnt, der Baubeginn war jedoch etwas früher. Das lässt das Wappen des von 1365 bis 1383 regierenden Eichstätter Bischof Raban Truchseß von Wilburgstetten vermuten, das sich bis heute am Portal befindet. Neben dem Wappen wird das Portal oben von einer Kreuzigungsgruppe und zwei Heiligenfiguren auf den Seiten eingerahmt. Die im Innern barockisierte Kapelle kann nicht besichtigt werden.
Auf dem Friedhof dominiert das Grabmal des französischen Schriftstellers Georges François Maréchal Marquis de Bièvre (1747-1789). Als Angehöriger der Leibgarde des Königs wurde er durch witzige Kalauer, Lustspiele und Romane bekannt. 1789 verließ er Frankreich, wohl auch unter dem Eindruck der Französischen Revolution. Seine Reise führte ihn bis in die Markgrafschaft Ansbach, wo er am Hof des protestantischen Ansbacher Markgrafen Alexander Aufnahme fand. Dort verstarb er am 24. Oktober 1789, vermutlich an den Folgen einer Pockeninfektion. Als Katholik musste er auf einem katholischen Friedhof bestattet werden. Sein Leichnam wurde deshalb in einem feierlichen Zug bei Fackelschein nach Ornbau gebracht. Sein Grab wurde mit einer Grabsäule aus Sandstein geschmückt. Später ließ Anna Pas de Vassal, eine Freundin des Verstorbenen, ein Grabmal in Form einer wuchtigen Stufenpyramide, die von einer Marmorvase bekrönt wird, errichten. Die sterblichen Überreste des Franzosen wurden in die Gruft unterhalb des Denkmals umgebettet (ovale Luftlöcher ermöglichen Einblicke in die Gruft).